29. März - 11. November 2019

Dauerausstellung: Haydn bürgerlich
Zeugnisse privaten Lebens und Schaffens

Nirgendwo sonst wird das private Leben und Schaffen Joseph Haydns so umfassend dargestellt

wie in den detailgetreu rekonstruierten Räumen. In „Zimmer, Kuchl und Cammer“ begegnet er uns so persönlich, wie ihn nur wenige kennen.

Den Eintretenden in die Toreinfahrt begrüßt gleich linker Hand eine Tafel mit Haydn’s berühmtesten Ausspruch: „Meine Sprache versteht man durch die ganze Welt“ – die Antwort auf Mozarts Bedenken in Bezug auf Haydns mangelhaften Sprachkenntnissen der englischen Sprache am Abend vor dessen Abreise 1790 nach England.

Im Obergeschoss des Hauses erwartet den Besucher ein Einblick in Haydns private Wohnräume, die nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten teilweise wieder die originale Wanddekoration aufweisen.

Betritt man den ersten Raum, an dessen Tür man zu Haydns Zeit vor einem Besuch hätte anklopfen müssen, erfährt man die Hausgeschichte und Haydns erste Jahre bei den Fürsten Esterházy. Joseph Haydn trat per Dienstvertrag am 1. Mai 1761 in den Dienst Fürst Paul II. Anton Esterházy als Vizekapellmeister. Nach dem Tod seines direkten Vorgesetzten Gregor Joseph Werner 1766 stieg er bereits unter seinem zweiten Esterházyschen Dienstherrn Fürst Nikolaus I. Esterházy in den Rang des Hofkapellmeisters auf. Diese Stelle erforderte und ermöglichte es ihm, 1766 ein Bürgerhaus in der Klostergasse 82, der heutigen Haydn-Gasse zu erwerben. Haydn bewohnte dieses Haus mit seiner Frau zwölf Jahre lang, in denen es zweimal fast bis auf die Grundmauern abgebrannt ist. Mit finanzieller Unterstützung seines Dienstherrn konnte es Haydn wieder aufbauen. Zum Haus gehörte auch ein kleiner Garten vor der Stadtmauer neben dem ehemaligen Bürgerspital, den seine Frau bewirtschaftete und in dessen Gartenhaus so manche Komposition von ihm entstand. Auch heute kann der beschauliche Garten mit dem schmucken Gartenhaus gegen Voranmeldung besichtigt werden.

Barockes Wohngefühl

Der Raum mit der repräsentativen grünen Wandmalerei dürfte Haydns Wohnzimmer, wo das Ehepaar Haydn seine Gäste empfing, gewesen sein. Aus Haydns Testament weiß man, dass er auch eine umfangreiche Sammlung an Kupferstichen – die als gerahmte Bilder die Räume geziert haben – und eine reiche Bibliothek gehabt hat. Die Möbel dieses Raumes stammen aus der Zeit Joseph Haydns. Die Büste aus Wiener Biskuitporzellan der Kaiserlichen Manufaktur von Antonio Grassi ist ein authentisches Abbild des Komponisten.
 

Eine unglückliche Ehe

Haydn war mit Maria Anna Theresia Keller, Tochter eines kaiserlichen Perückenmachers verheiratet. Ein kleines Porträtmedaillon zeigt die Gattin des Komponisten – das einzige bekannte Abbild neben einem Medaillon ihres Gatten, sowie den Heiratsvertrag. Die Ehe blieb kinderlos. Haydn werden zahlreiche Affären nachgesagt, u.a. hatte er eine Liebesbeziehung zu der italienischen Sängerin im Esterházyschen Opernensemble Luigia Polzelli, der er, wie aus Briefen hervorgeht, die Ehe versprochen hatte und sie und ihre Söhne zeitlebens unterstützte. Antonio Polzelli gilt als gemeinsamer Sohn dieser Verbindung.

Die Küche des Haydnhauses ist im Stil der damaligen Zeit rekonstruiert. Haydn bezog lt. Dienstvertrag neben seinem pekuniären Lohn von 782 fl (Gulden) auch jährlich eine beträchtliche Menge an Naturaliendepudaten wie Brennholz, Wein, Schmalz, ein halbes Mastschwein, Hafer, Getreide sowie Kerzen oder Salz.

Küche im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Küche im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz
Detailansicht Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Detailansicht Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz
Detailansicht Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Detailansicht Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz

Uniform & Perücke

Die „Camer“ so bezeichnet in seinem Inventar, war wohl Haydns Schlafzimmer, in  dem er auf einem Feldbett schlief. Ein gemeinsames eheliches Schlafzimmer gab es in dem Haus nicht, da zu dieser Zeit auch noch nicht üblich. Die rot-gestreifte Wandmalerei  ist noch weitestgehend erhalten und wurde 2009 freigelegt.
Haydns Markenzeichen war der Zeit entsprechend die Perücke, die er mit Stolz trug, ebenso seine Uniform eines Esterházyschen Hausoffiziers. Eine Fotografie des verlorenen Porträts von Basilius Grundmann zeigt den Hofkapellmeister in einer blauen, mit Silberstickerei verzierten Uniform.  Seine Dienstkleidung als Hofkapellmeister war eine rote, mit Goldborten verbrämte Uniform.
 

Restaurierte Original-Wandmalerei

Den anschließenden Raum, mit der erst kürzlich freigelegten Wandmalerei, ließ Haydn im Zuge des Wiederaufbaues nach dem ersten Brand des Hauses 1768 errichten. Es dürfte sein Arbeits- und Musikzimmer gewesen sein. Heute werden in diesem Zimmer die musikalischen Gattungen Klaviersonate und Klaviertrio thematisiert, Kompositionen für höhere Töchter und aristokratische Damen, meist Dilettantinnen dieses musikalischen Faches.
Das Herzstück dieses Raumes ist der Anton Walter Flügel, der aus dem Umfeld des Schlosses Eszterháza, der langjährigen Wirkungsstätte Haydns, stammt. Klaviersonaten und -trios mit Widmungen an Esterházysche Fürstinnen, Verlegersgattinnen und -töchter und an seine Seelenverwandte und treue Freundin Marianne von Genzinger liegen in den Vitrinen.

Zwei authentische Porträts des Komponisten befinden sich ebenfalls in diesem Raum. Das erst kürzlich von der Joseph Haydn Privatstiftung erworbene Porträt von Christian Ludwig Seehas zeigt Joseph Haydn als einen attraktiven 53jährigen Mann, der sich seiner Stellung als renommierter Hofkapellmeister durchaus bewusst ist. Das Porträt entstand 1785 während eines Aufenthaltes des Schweriner Hofmalers in Wien. Joseph Haydn ist halbfigurig mit einem pelzbesetzen Rock aus braunem Stoff dargestellt, unter der eine rote, gold bestickte Weste seiner Musikeruniform mit spitzenverzierter Halswäsche (Plastron) hervorscheint. Dieses Porträt Haydns von Seehas ist neben jenem von Ludwig Guttenbrunn, das zweite Ölbild in diesem Raum, das authentischste und repräsentativste Abbild Haydns.
 

Streichquartett & Oratorien

„von einer Neu, gantz besonderer Art, denn seit 10 Jahr habe ich keine geschrieben“ so bezeichnet Haydn sein Streichquartett op. 33, um es potentiellen Kunden, u.a. Fürst Öttigen-Wallerstein oder dem Schweizer Gelehrten Caspar Lavater und weiteren Interessenten anzupreisen. Haydn gilt als Erfinder des Streichquartetts. Diese musikalische Gattung wurde in der Folge von seinen Zeitgenossen wie Mozart oder seinen Schülern wie Beethoven oder Pleyel mit großem Eifer studiert und weiterentwickelt. Haydn komponierte insgesamt 68 Streichquartette, von denen viele Widmungen an aristokratische Herrschaften tragen.

Im letzten Raum der Dauerausstellung dreht sich alles um die beiden großen deutschen Oratorien von Joseph Haydn. In den Jahren 1791 bis 1795 erfuhr Haydn in London höchstes Ansehen und Anerkennung und wurde binnen kürzester Zeit zum Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. Hier lernte er auch die Oratorien von Georg Friedrich Händel in großer Besetzung kennen, die er vorher noch nicht gehört hatte. 

„Die Schöpfung“ ist das erste deutschsprachige Oratorium Haydns. Im Stadtpalais des Fürsten Schwarzenberg fand nach einer zweijährigen Schaffensperiode - 1798 die Uraufführung von Haydns erstem Oratorium unter seiner persönlichen Leitung im privaten Kreise der Förderer und Mäzene statt. Die Schöpfung wurde ein überwältigender Erfolg und zählt zu seinen wichtigsten und bekanntesten Kompositionen.
Ermutigt durch den großen Anklang seines Oratoriums „Die Schöpfung“ begann Joseph Haydn nach einem Libretto von Gottfried van Swieten mit einem weiteren großen Oratorium: die Jahreszeiten. Lag es am Libretto oder am eher profanen Inhalt  – Joseph Haydn konnte mit diesem Werk nicht an den Erfolg, den die Schöpfung brachte, anschließen. Die Uraufführung 1801 war zwar bejubelt, eine anhaltende Euphorie, wie sie die Schöpfung hervorgerufen hatte, folgte nicht.

Hier finden Sie das Begleitprogramm

Impressionen aus der Dauerausstellung

Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Nicole Heiling
Dauerausstellung im Haydn-Haus Eisenstadt, Foto: © Heiling / Lorenz

Alle Infos rund um Ihren Besuch

Icon Öffnungszeiten

29. März  – 31. Mai 2019

Di – Fr

09:00 – 17:00 Uhr

Sa, So & Feiertag  

10:00 – 17:00 Uhr


1. Juni – 11. November 2019

Mo – Fr  

09:00 – 17:00 Uhr

Sa, So & Feiertag

 10:00 – 17:00 Uhr

Icon Eintrittspreise

Eintritt  

€ 5,-

Ermäßigt
(SchülerInnen, StudentInnen, SeniorInnen, Gruppen ab 20 Personen)

€ 4,50

Familien (Eltern oder Großeltern mit max. 3 Kindern bis 14 Jahre)  

€ 11,–

Kombi-Ticket Haydn-Haus Eisenstadt / Landesmuseum Burgenland

€ 8,50

SchülerInnen im Klassenverband (individuelle Besichtigung)  

€ 2,–

Neusiedler See Card    

EINTRITT FREI

Museumskarte Eisenstadt   

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Ihre Vorteile

  • Freier Eintritt in alle Ausstellungen: Landesmuseum Burgenland, Landesgalerie Burgenland, Haydn-Haus Eisenstadt, Liszt-Haus Raiding,
    Österreichisches Jüdisches Museum und Diözesanmuseum Eisenstadt
  • Ermäßigter Eintritt für eine Begleitperson
  • Freier Eintritt für begleitende Kinder bis 12 Jahre
  • 20% Ermäßigung auf die Einkäufe in den Museumsshops
    (ausgenommen Bücher)
  • Freier Eintritt zu ausgewählten Sonderveranstaltungen

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Die Museumskarte Eisenstadt erhalten Sie im Landesmuseum Burgenland, Landesgalerie Burgenland, Projektraum Burgenland, Haydn-Haus Eisenstadt, Liszt-Haus Raiding und im Kundencenter Eisenstadt.

Icon Audioguide

„Haydn im Ohr“

lautet die Devise beim Rundgang durch das Haydn-Haus. Auf modernen, interaktiven iPods erkunden Sie die liebevoll eingerichtete Musikergedenkstätte auf eigene Faust.

Der Ausstellungsbesuch bietet Ihnen so die Möglichkeit, mehr über die Person von Joseph Haydn, sein privates Leben und seine unvergessliche Musik zu erfahren. Jeder Raum, einzelne Kapitel oder Objekte sind mit einem Kopfhörerzeichen und einer Nummer gekennzeichnet. Durch Eingabe dieser Nummer erfahren Sie Geschichte und Geschichten über den Komponisten und seine Zeit, untermalt von Musikbespielen und ergänzt durch Kuratorentexte oder treffende Zitate.

Tauchen Sie ein in die akustische und optische Welt der Ausstellungsbegleitung, gestalten Sie Ihren Rundgang flexibel und verweilen Sie bei den Objekten länger, die Ihre Aufmerksamkeit besonders gefesselt haben.

Im Eintrittspreis inkludiert
Audioguide (Deutsch, Englisch) gegen Vorlage eines Ausweises

Text und Konzeption: Mag. Theresia Gabriel
Layout & technische Umsetzung: www.fluxguide.com


Info & Kontakt
Haydn-Haus Eisenstadt

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Infos für Touroperators

Das Haydn-Haus Eisenstadt heißt Gäste aus aller Welt willkommen! Besonders für Reisegruppen haben wir mehrsprachige Angebote, die von Begleittexten über Audioguides bis zu Kostümführungen reichen. Auch Führungen durch externe Guides sind möglich.

Individuelle Besichtigungen
Kostenlose Audio-Guides: deutsch, englisch
Kostenlose Begleittexte: deutsch, englisch, ungarisch, französisch, japanisch

BesucherInnengruppen gegen Voranmeldung
Kostümführung
Fremdführungen

Kostümführung
Führungszuschlag
€ 29,– pro geführte Gruppe

Dauer der Führung
ca. 60 Minuten

Freiplatzregelung
1 ReiseleiterIn und/oder 1 BuschauffeurIn pro gebuchter Gruppe

Gruppengröße
max. 25 Personen pro geführte Gruppe. Wenn die Gruppengröße die Anzahl von 25 Personen überschreitet, wir die Gruppe aufgeteilt und im 15 Min. bzw. 45 Min. Takt geführt.

Führungssprache
deutsch, englisch

Stornobedingungen
Reservierte Führungen können bis zu 24 Stunden vor dem gebuchten Termin kostenlos storniert werden. Danach wird eine Stornogebühr von € 29,– in Rechnung gestellt.
Extra bestellte VermittlerInnen können bis zu 24 Stunden vor dem gebuchten Termin aufgrund von Reduktion der Gruppengröße kostenlos storniert werden. Danach wird eine Stornogebühr von € 29,–  pro zu viel bestelltem/r VermittlerIn in Rechnung gestellt.
Sollte die vereinbarte Uhrzeit nicht eingehalten werden (Verspätung von mehr als 15 Minuten), können wir leider nicht für den sofortigen Beginn der Führung nach Ankunft der Gruppe garantieren. Verspätungen bitte so bald als möglich bekannt geben.

Busparkmöglichkeiten
Busparkplatz Meierhof, Glorietteallee
Täglich 00:00 – 24:00 Uhr
Preis: € 4,– pro angefangene Stunde
Tagesmaximum (ab der 11. Stunde): € 40,– (für 24 Stunden)
Jeder weitere Tag: € 40,–
Nachtpauschale: 20:00 – 08:00 Uhr, € 10,–

Barrierefreiheit
Das historische Haydn-Haus Eisenstadt ist leider nicht barrierefrei, da sich die Ausstellungsräumlichkeiten und die originalen Wohnräume von Joseph Haydn im 1. Obergeschoß befinden und nur über Treppen zu erreichen sind.

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Helga Bauer

+43 - 2682 719-3015